Freiwilligendienst im mobilen sozialen Hilfsdienst

Der vielseitige Einsatz im mobilen sozialen Dienst erfordert neben Einfühlungsvermögen vor allem körperliche Fitness und Selbstständigkeit. Wer sich z.B. für ambulante Pflege, den Fahrdienst, Essen auf Rädern oder für andere ambulante Hilfsangebote interessiert, sollte zudem über einen Führerschein und gute Fahrpraxis verfügen. Hier berichten Bastian und Lucas über ihre Erlebnisse auf der ASB-Sozialstation Kaiserslautern. Frau Ilka Cartarius, ihre ehemalige Anleitung, ist Assistentin der Pflegdienstleitung und erzählt über ihren Alltag mit den Freiwilligen.

Fragen und Antworten von Lucas und Bastian:

1. Erzähl uns von einem normalen Tag im Freiwilligendienst (FD) bei dir?

Wir beginnen unseren Arbeitstag jeden Tag im Teamraum. Dort besprechen wir unsere Aufgaben und teilen diese entsprechend auf. Ab 9 Uhr fahren wir dann unsere Tour an. Hier beginnen wir meistens mit den Einkäufen für unsere Patient:innen und fahren zwischendurch Hausarztpraxen an für Rezeptbestellungen oder Verordnungen. Da sie nur bis 12 Uhr aufhaben, versuchen wir Ärzt:innen möglichst morgens anzufahren. Ab 12 Uhr machen wir im Normalfall unsere Mittagspause, die wir zusammen verbringen. Dort gehen wir außerhalb etwas essen und suchen uns einen Platz, der gemütlich ausschaut. Nach der Mittagspause verbleiben meist noch ein paar Einkäufe, die wir dann noch erledigen. Manchmal gibt es mittags auch noch Betreuungen, wo wir bei Patient:innen für ein paar Stunden daheim sind, um diese im Alltag etwas zu entlasten. Wir kümmern uns ums Geschirr, um den Garten, um die Wäsche bereiten ihnen eine Freude, indem wir mit ihnen zusammen Karten oder andere Spiele spielen.

2. Was sind die 3 Hauptaufgaben in deinem FD?

Unsere 3 Hauptaufgaben sind Einkäufe, Abholungen von Rezepten oder Verordnungen bei Ärzt:innen und Betreuungen oder Arztbegleitungen.

3. Warum hast du dich dafür entschieden, einen FD zu machen?

Wir haben ein FSJ begonnen, um uns beruflich zu orientieren. Da wir von unserer vorherigen Kollegin gehört haben, wie entspannt alles beim ASB abläuft und wie viel Spaß das FSJ macht, haben wir uns dafür entschieden, auch diesen Weg gehen zu wollen und das FSJ für den perfekten Übergang in die Berufswelt zu nutzen.

4. Mit welchen Menschen hast du zu tun?

Hauptsächlich haben wir es mit älteren Menschen zu tun, die entweder in ihrer körperlichen oder psychischen Verfassung sehr eingeschränkt sind.
Es sind Menschen, die nicht mehr selbst in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen. (z.B. Lebensmittel kaufen oder Rezepte einlösen).
Wir haben Patient:innen, die im Rollstuhl sitzen und nicht mehr mobil sind, für die ein Einkauf oder der Weg zum Arzt / zur Ärztin wegen eines Rezeptes ein riesengroße Anstrengung bedeuten würde. Genau diesen Menschen versuchen wir ihren Alltag etwas zu erleichtern.

5. Highlights aus deinen Bildungsseminaren?

Da wir während der Corona Pandemie unser FSJ machen, war es sehr schwierig, das Seminar online zu gestalten. Unser Highlight war auf jeden Fall das Zusammenarbeiten und Kennenlernen der anderen Fsj’ler:innen.

6. Was ist dein bisher besonderes Erlebnis aus dem Freiwilligendienst?

Wir können uns auf kein Erlebnis so richtig festlegen. Es gibt ganz viele Erlebnisse, die in unserem Freiwilligendienst besonders sind. Das schönste ist es, den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und gleichzeitig zu wissen, dass man ihnen im Alltag hilfreich sein kann.
Manche Patient:innen sind oft allein und einsam, da nur noch wenige Familienangehörige da sind, um sich zu kümmern.
Es ist immer wieder schön, sich für diese Menschen auch mal kurz Zeit zu nehmen und zu merken, wie gut ihnen ein kurzes Gespräch tut.

7. Was sagen deine Eltern oder deine Freunde dazu, dass du einen FD machst?

Unsere Freunde und Eltern unterstützen unsere Entscheidung, ein FSJ zu machen.
Es ist etwas Gemeinnütziges und kann für unsere berufliche Laufbahn positiv beeinflussen. Außerdem verdient man sein eigenes Geld und ist nicht mehr so auf den Geldbeutel der Eltern angewiesen.

8. Warum würdest du einen FD weiterempfehlen?

Für alle, die sich noch nicht sicher sind, was sie nach der Schule machen wollen oder keine Lücke im Lebenslauf haben möchten, ist ein FSJ perfekt. Bei einem FSJ kann man erste Erfahrungen im Team und mit dem Arbeitgeber machen. So kann man sich gut vorbereiten auf das, was mal in der Ausbildung oder der zukünftigen Arbeitsstelle auf eine:n kommt.

9. Welcher Begriff steht/ welche 3 Begriffe stehen für dich für den Freiwilligendienst?

Fürsorge | Hilfsbereitschaft | Teamfähigkeit

 

Fragen und Antworten Ilka Cartarius, Anleiterin im FD:

Warum haben Sie sich dafür entschieden, mit Freiwilligen zu arbeiten?

Ich habe mich entschieden mit Freiwilligen zu arbeiten, weil ich diesen Gegensatz Jung und Alt gerne verbinden möchte. Unser Patient:innenstamm besteht weitgehend aus älteren Leuten, die sich sehr gerne mit der jungen Generation unterhalten und zusammen arbeiten.
Schön ist auch, das ich meine Freiwilligen ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten kann und ich vielleicht ein bisschen helfen kann, die berufliche Laufbahn zu ebnen.

Was machen die Freiwilligen bei Ihnen in der Einrichtung?

Unsere Freiwilligen sind im mobilen sozialen Hilfsdienst beschäftigt. Das Aufgabengebiet umfasst Arztbegleitungen, Einkäufe und Betreuungen.
Außerdem fallen auch Besorgungen für Patient:innen und auch für unseren Pflegedienst an.

Was war ihr schönstes Erlebnis mit Freiwilligen?

Wir hatten vor einigen Jahren einen Freiwilligen, der mit einer großen privaten Problematik in sein Jahr gestartet ist. Er hatte zuvor die Schule abgebrochen, war unzuverlässig und oft krank. Er konnte Regeln nur schlecht einhalten. Wir wussten von dieser Problematik, hatten aber beschlossen, ihm eine Chance zu geben. Der Anfang war sehr schlecht, alle Probleme sind eingetroffen. Wir haben uns überlegt, das Arbeitsverhältnis zu beenden und mit ihm das besprochen. Er hat sich das sehr zu Herzen genommen und dann war tatsächlich ein Schalter umgelegt. Er hat sein Privatleben geordnet, es gab keinen Krankenschein mehr und er hat in der Abendschule seinen Schulabschluss nachgeholt.
Er arbeitet heute übrigens immer noch auf Ehrenamtsbasis für uns….

Bleiben Sie in Kontakt mit den Freiwilligen? Wenn ja, wie?

Ich halte wirklich zu fast allen meinen Freiwilligen Kontakt! Wir werden oft noch besucht, viele kommen mal einfach so vorbei und erzählen, wie es in der Ausbildung oder Beruf läuft.
Manchmal ist es aber auch ein gemeinsames Treffen bei unserem Grillfest oder einfach Grüße zwischendurch per WhatsApp.

 

Dieses Interview entstand mit Freiwilligen, die eingesetzt sind beim ASB Landesverband RLP e. V. . Weitere Träger, die einen Freiwilligendienst mit älteren Menschen anbieten sind:

AWO Rheinland-Pfalz/ Saarland

BDKJ Diözesanverband Speyer

bpa gGmbH

Bund der Deutschen Katholischen Jugend Mainz

Caritasverband für die Diözese Mainz e. V.

Caritasverband für die Diözese Speyer e. V.

Club Aktiv e. V.

Der Paritätische LV Rheinland-Pfalz/ Saarland e. V.

Diakonisches Werk Rheinland Westfalen-Lippe e. V.

Diakonisches Werk der evang. Kirche der Pfalz

DRK Landesverband Rheinland-Pfalz e. V.

Evangelische Freiwilligendienste – Diakonie Hessen

EVIM Freiwilligendienste

Fachstelle Freiwilligendienste im Bistum Limburg

FID e. V.

FSJ im Elim-Zentrum

IB Südwest gGmbh, Betrieb Rhein-Mosel

IB Südwest gGmbH Kaiserslautern

IB Südwest gGmbH Mainz

Johanniter-Unfall-Hilfe e. V.

Malteser Hilfsdienst e. V.

Marienhaus

netzwerk-m e. V.

Soziale Lerndienste im Bistum Trier