FSJ an einer Grundschule

Lena Beck absolvierte 2020-2021 ihr FSJ an einer Grundschule. Die Schule ist mit einer Klassengröße von 18-20 Schüler*innen sehr familiär. Nach persönlichen Voraussetzungen und individuellen Kenntnissen und Fertigkeiten der Freiwilligen sind vielfältige pädagogische Aufgabenfelder in den Schulen möglich.

Warum hast du dich dafür entschieden, einen Freiwilligendienst zu machen?

Ich habe im Schuljahr 2019/2020 mein Abitur geschrieben. Mit Absolvierung des Abiturs war ich gerade mal 17 Jahre. Zukunftspläne hatte ich nicht wirklich und ich habe mich noch zu jung gefühlt, um gleich mit einem Studium anzufangen bzw. mich fest dafür zu entscheiden, was ich in Zukunft machen/werden möchte. Schon etwas länger schwebte mir der Gedanke vor, ein FSJ zu machen, um ein bisschen Erfahrung zu sammeln und sich danach vielleicht besser orientieren zu können. Im Alter von 13-14 Jahren hatte ich auch mal den Wunsch, Grundschullehrerin zu werden. Dieser Wunsch verflog allerdings mit den Jahren. Nun stand mir aber die Möglichkeit offen, ein FSJ an einer Grundschule zu machen. Dies sah ich als eine gute Möglichkeit an, um Erfahrungen zu sammeln und meinem „Kindheitswunsch“ nachzugehen, um dann vielleicht heraus zu finden, ob ich dies in Zukunft weiterhin machen möchte. Und letztendlich habe ich durch das FSJ zu der Arbeit mit Kindern gefunden und studiere ab dem kommenden Semester Grundschullehramt.

Was waren die Hauptaufgaben in deinem Freiwilligendienst?

Zu meinen Hauptaufgaben zählte am Vormittag die Unterstützung im Unterricht. Am Mittag dann die Anleitung und Betreuung einer Lerngruppe. Mit denen ich essen war, Hausaufgaben gemacht habe und gespielt habe. Und als dritte Hauptaufgabe würde ich die Betreuung einer Lerngruppe in der Notbetreuung während des Distanz- und Wechselunterrichts zählen. Diese ging zwar nur über wenige Monate, jedoch habe ich den ganzen Tag bei den jeweiligen Gruppen verbracht. Neben den Aufgaben die die Kinder machen mussten, haben wir viel Zeit mit Vorlesen, Spielen und basteln verbracht. Mein Highlight war das von mir geleitete Projekt am Ende des Jahres. Zusammen mit einer ersten Klasse habe ich einen Tanz einstudiert, den wir an meiner Verabschiedung am letzen Schultag dann der ganzen Schule gezeigt haben. Das Einstudieren hat mich zwar einige Nerven gekostet, aber es war trotzdem ein sehr besonderes und schönes Erlebnis, welches ich noch lange im Kopf behalten werde.

Mit welchen Menschen hattest du zu tun?

Mit den Kindern, den Lehrer*innen, der Sekretärin, der Schulleitung, der stellvertretenden Schulleitung, dem Hausmeister und den Betreuungs- und Küchenkräften. Ich hatte prinzipiell mit jedem der an einer Grundschule arbeitet zu tun. Außerdem gab es neben mir noch einen anderen FSJler und eine Jahrespraktikantin, mit denen ich sehr viel zusammengearbeitet hab. Auch mit den Eltern der Schüler kam ich im Laufe des Jahres öfters Mal ins Gespräch.

Highlights aus deinen Bildungsseminaren

Trotz der Umstände, dass wir uns leider nur online sehen konnten, waren alle BiWos (Bildungswochen) schön gestaltet. Ich war in einer super Gruppe, die trotz der „Online- Umstände“ gut zueinander gefunden hat. Das Highlight war für mich unsere letzte BiWo. Zusammen mit der Gruppe entschieden wir uns für das BiWo Thema „Wunschbausteine“. Jeder der wollte durfte ein Baustein über ein Thema seiner Wahl halten. Somit war es eine sehr bunte und breitgefächerte Woche. Wir haben uns über verschiedene Sexualitäten informiert, über Feminismus aber auch über Harry Potter und anderes. Für so ziemlich jeden war etwas dabei.

Warum würdest du ein Freiwilligendienst weiterempfehlen?

Weil es einem die Chance gibt, Erfahrungen zu sammeln und sich weiterzuentwickeln. Anfangs habe ich nicht wirklich geglaubt, dass dieses Jahr meine Entwicklung so sehr fördern würde, aber es hat mir unheimlich viel gebracht. Ich bin offener geworden, habe Verantwortung übernommen und bin teilweise auch über meine Grenzen hinaus gewachsen. Auch der Dank und die Anerkennung durch die Kinder und die Kolleg*innen hat mich sehr in meiner Arbeit und Sache bestärkt. Ich möchte die Zeit nicht missen.

Welche Begriffe stehen für dich für den Freiwilligendienst?

Freude, Berufsorientierung, Entwicklung, Erfahrung, Anerkennung, Spaß

 

Dieses Interview entstand mit einer Freiwilligen im FSJ Ganztagsschule über das Referat Freiwilligendienste des BDKJ im Bistum Mainz. Weitere Träger, die ein FSJ Ganztagsschule anbieten, sind:

 

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